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Artgerechte Betriebsweise: Natürlich im Siebengebirge

Bienen und ihre wild lebenden Verwandten bilden das Rückgrat unseres Ökosystems, denn ohne sie gibt es keine Bestäubung wichtiger Nahrungspflanzen, die dem Menschen direkt oder indirekt mit ihren Inhaltsstoffen und Kräftewirkungen zur Verfügung stehen.

Die Faszination und Ehrfurcht vor der Organisation derart vieler Individuen, die wie ein einzelner Organismus zusammenleben, ist ein wunderbarer Einstieg, um die Zusammenhänge der Natur zu erfahren, zu verstehen und die Begeisterung andern vermitteln zu können.

Die Betriebsweise, d.h. die Methoden, Werkzeuge und Materialien in unserer Imkerei, überprüfen wir ständig im Hinblick auf ihre naturnahe und wesensgemäße Haltung unserer Buckfast- und Carnica-Bienenvölker hier im Siebengebirge.

Nach der Übernahme eines Bienenstandes von meinem Imkervater, der in Segeberger Kunststoff-Beuten imkerte, habe ich diese ersten Völker direkt in Holzbeuten in Zandermaß umgesiedelt. 

Durch zahlreiche Erfahrungsaustausche mit Imkern im Rheinland, aber auch im umliegenden Ausland, entschied ich mich aber bald auf Einraumbeuten (Dadant mod.) umzustellen.

Heute führen wir unsere Bienenvölker auf den ausgesuchten Bienenständen:

in sogenannten Großraumbeuten (12er Dadant-modifiziert) in naturnah wenigen Völkern pro Stand.

       Der Franzose Charles Dadant übernahm von dem Amerikaner Quinby dessen Beutemaße mit 8 Rähmchen und erweiterte diese Beute auf 12 Waben (US Dadant). Sein Sohn Camil Dadant hat später die Länge der Rähmchen auf Langstrothmaß gekürzt. Diese von Camil Dadant zuletzt „modifizierte“ Beute wurde als Betriebsweise des einräumigen Brutraums mit großen Waben, vom Benediktinermönch Adam Kerle (Bruder Adam, 1898-1996) aus dem Kloster Buckfast seitdem verfeinert. Günter Ries, der Gründer der „Buckfast Gemeinschaft“, heute „Gemeinschaft der europäischen Buckfast Imker“, hat sich später dann stark für die Verbreitung dieser Beute eingesetzt.  (weitere Infos z.B. in Reiner Schwarz: Imkern mit Dadant).

Dadant modifiziert ist somit identisch mit Dadant nach Adam oder Dadant nach Ries.

Unsere Dadant-Beuten aus Kiefernholz werden in einer Schreinerei nach Vorgaben und Erfahrungen der Imkerei van den Bongard, Bienenland.de angefertigt.

Für 2017 wollen wir unsere Völker auf den Bienenständen nach den neuesten Erkenntnissen (nach Prof. Seeley) noch vereinzelter - so natürlich wie möglich und dennoch imkerlich machbar - umstellen. Ziel ist eine Einzelaufstellung mit Mindestabständen zwischen den Völkern, als eine (von mehreren) ökologischen Gesundheitsmaßnahme einer besseren, vorbeugenden imkerlichen Praxis.

Auf einem besonderen, neuen Standort werden wir  - max. zwei - Völker in bienengerechter Höhe von über 2-3 Meter an Bäumen positionieren. Die Bienenvölker werden in innen wie außen (nach Prof. Tautz) mit Totholz verkleidete Dadantbeuten als Schwärme einquartierten und weitgehend in Ruhe gelassen.

Ab Frühjahr 2017 werden wir u.a. auf diesen Seiten über dieses Projekt einer "präventiven Imkerei" zwischen Einraum-Imkerei, Waldbienen-Imkerei und Zeidlerei berichten.

 

Unsere Leitlinien zu einer naturnahen Imkerei im Siebengebirge:

  • Eine bestmögliche Pflege und Lenkung der Bienenvölker durch Beobachtung und Lernen vom Bien.
  • Imkerliche Eingriffe am Bienenvolk minimieren und anhand der arteigenen Lebensweise alle imkerlichen Tätigkeiten immer wieder kritisch überprüfen.
  • Bestmögliche ganzjährige Trachtplätze ohne Wanderungen, die für die Bienen zusätzlichen Stress bedeuten.
  • Die Gesundheit und Stärke des Bienenvolkes darf durch Maßnahmen des Imkers nicht geschwächt werden.
  • Natürliche Vermehrung nicht unterdrücken: Schwarmfang oder –Lenkung so weit wie möglich, anstatt Eingriffe durch Schwarmverhinderungsmaßnahmen.
  • Keine Honigernte aus bebrüteten Waben. Aus dem Honigraum wird nur ein Teil des von den Bienen eingelagerten Honigs geerntet. (Die Honigqualität wird uns bei den Landesprämierungen bescheinigt.)
  • Bestmögliche Waben-, Beuten- und Honighygiene für Bien und Mensch
  • (z.B. eigener Wachskreislauf, saubere Rähmchen, Zargen regelmäßig ausflämmen)
  • Zur Gesundheitsbehandlung verwenden wir nur die in Bioimkereien zugelassenen, zum Überleben der Bienenvölker notwendigen Mittel. Gesundung durch Vermehrung insb. durch natürliche Schwärme werden genutzt
  • Alle unsere Buckfast- oder Carnica- Bienenvölker werden regelmäßigen Futterkranzproben unterzogen und sind durch Gesundheitszeugnisse am Stand ausgewiesen.
  • Fort- und Weiterbildung auf hohem Niveau. 2016: Honigsachverständigen-Ausbildung im Fach-Institut für Bienen und Imkerei in Mayen, Teilnahme beim Apisticus-tag in Münster mit Dr. Melanie von Orlow, Organisation des Ersten Siebengebirgs-Imkertag mit Prof. Dr. Jürgen Tautz, Teilnahme an der Mellifera-Tagung mit Prof. Dr. Thomas D. Seeley, uvm.
  • Weitergabe des Gelernten und Erfahrenen in Imkerkursen, Seminaren, Beratungen und Vorträgen. Förderung der Jungimkerausbildung im Imkerverein DER SCHWARM Königswinter e.V. und AG's an Schulen und Gymnasien.

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